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Hosta Virus X

Seit einiger Zeit wird vor einem neuen Hosta-Virus gewarnt. Er wird als Hosta Virus X bezeichnet.

Nun ist dieser Virus X nicht der erste bekannte Virus, der an Hosta-Pflanzen auftritt. Es gibt z.B. den Tobacco Ringspot Virus, Impatiens necrotic Spot virus, Tobacco Rattle Virus.

Seit 1996 ist ein neues Hosta-Virus bekannt, da zur Gruppe der stäbchenförmigen Potexviren gehört. Infiszierte Pflanzen sind inzwischen in den USA, Niederlanden und Deutschland nachgewiesen.

Für die Übertragung werden in erster Linie Kulturmaßnahmen verantwortlich gemacht. Desweiteren spielt die vegetative Vermehrung bei der Verbreitung des Virus eine entscheidende Rolle.

Vektoren sind bisher keine bekannt. Die virusbedingten Symptone sind mannigfaltig. Als typisch gelten Aufhellungen entlang der Blattadern sowie blaue oder grüne Flecken auf den Blätter. Desweiteren können Blattmissbildungen auftreten.

Eindeutig nachgewiesen werden kann das Virus nur in einem virologischen Labor, allein über die Symptomatik ist eine abgesicherte Diagnose nicht möglich. Erschwert wird das Erkennen einer Infektion noch durch eine Inkubationszeit von zum Teil bis zu drei Jahren. Offenbar gesund gekaufte Pflanzen können somit erst viel später Anzeichen einer Virusinfektion zeigen, was zu falschen Schlüssen hinsichtlich der Infektionsquelle führen kann.

Bis jetzt ist noch kein Mittel gegen dieses Virus bekannt. Die einzige Möglichkeit, die man als Gärtner hat, ist das Ausmerzen infiszierter Pflanzen.

Ich habe damit meine Schwierigkeiten, denn es ist allein über die Symptomatik nicht möglich, dieses Virus X eindeutig nachzuweisen. Deshalb tendiere ich dazu, die Pflanzen, die meiner Meinung nach infisziert sein könnten, zu isolieren und zu beobachten. Dies ist leicht möglich, so lange die Pflanzen in Töpfen wachsen.

Was aber, wenn eine möglicherweie infiszierte Hosta zusammen mit vielen anderen im Beet wächst? Dann wird es ganz schwierig. Aber auch hier tendiere ich aufgrund meiner Erfahrung mit der als sehr stark gefährdeten 'Striptease' dazu, die Pflanzen im Beet zu lassen und zu beobachten.

'Striptease' infisziert oder nicht?

In der Literatur (Internet, Gartenzeitschriften) wird 'Striptease' als extrem anfällig für Hosta Virus X beschrieben. Letztes Jahr habe ich mir diese Funkie gekauft und innerhalb kurzer Zeit erschienen die beschriebenen Symptome: Die Blätter waren deformiert, es waren Farbveränderungen festzustellen, die ganze Pflanze sah krank aus. Meine 'Striptease' hatte ich nach dem Kauf in das neue Funkienbeet gesetzt.

Eine Freundin hat mit mir zusammen auch eine 'Striptease' gekauft. Auch an ihrer Pflanze erschienen innerhalb kürzester Zeit die bekannten Symptome. Ihre 'Striptease' wächst in einem Topf. Den hat sie, nach Erscheinen der ersten Symptome, weit entfernt von allen anderen Funkien gestellt.

Natürlich waren wir gespannt, in welcher Verfassung unsere 'Striptease' nach dem Winter 2007/2008 sein würde. Zu unserem Erstaunen zeigt keine der beiden 'Striptease' auch nur die Spur eines Symptoms. Es sind beides sehr schöne, kräftige Pflanzen.

Die Frage stellt sich jetzt, hat 'Striptease' diesen Virus oder war "nur" der Standortwechsel die Ursache der vermeintlichen Virus-Symptome. Ich weiß es nicht.

Infisziert??

'Striptease' hat sich entweder vom Hosta Virus X erholt oder sie hatte diesen Virus nicht. Dieses Frühjahr sehen drei Funkien, die ich in der nächsten Zeit beobachten werde, etwas bedenklich aus:

'Striptease'

im Mai 2008

'Tattoo'

Die Mini-Hosta 'Tattoo' sieht etwas deformiert, zerknittert, aus. Die Pflanze wächst in einem Topf.

Mini-Hosta 'Tattoo'


'Schneefeder'

Diese Funkie, die per se etwas kränklich aussieht und auch nicht zu meinen Favoriten gehört, hat durchsichtige Blattspitzen bekommen. Allerdings stand sie zu lange in der vollen Sonne. Eventuell ist das der Grund für die Veränderungen.

'Schneefeder'


'Red Obtober'

Zwei Blätter der Hosta 'Red October' sind an der Spitze verdreht.

'Red October'


Mein Fazit:

Auch wir Menschen leiden teilweise an Viruserkrankungen und unser Organismus ist in der Lage, damit fertig zu werden. Auch wir müssen unserem Körper die bestmöglichen Voraussetzungen für den tagtäglichen Kampf gegen Umweltgifte, Bakterien, Pilze, Viren usw. geben.

Pflanzen in unserem Garten müssen wir helfen den täglichen Kampf gegen die allgegenwärtigen Feinde zu gewinnen. Deshalb werde ich versuchen, die Lebensbedingungen für alle meine Pflanzen, nicht nur Hosta, so optimal wie nur möglich zu gestalten. Ich weiß, daß meine 'Striptease', die dieses Jahr so wunderbar wächst und gedeiht, eventuell den Virus in sich trägt und daß er jederzeit wieder ausbrechen kann. Aber soll ich deshalb diese Pflanze vernichten? Ganz sicher nicht. Ich sorge dafür, daß das Virus falls es sich überhaupt darum handelt, auf meinen Garten beschränkt bleibt; meine Pflanzen und ich können mit diesem Virus wie mit den Schnecken und all den anderen Feinden gut leben.